Ausgabe 28.08.2026
Euro Gazette

Fachpresse für Handel und Distribution · DACH

Handel··3 min

A!-Day Agentic Commerce am 8. Oktober in München: Was Händler erwarten können

Die erste A!-Day-Konferenz bündelt Erkenntnisse aus wöchentlichen AI-Thinktanks. Anmeldung ab 8. September, Gästeliste bereits offen.

Katrin Ostermann

Am 8. Oktober 2026 findet in München der erste A!-Day für Consumer Agents und Agentic Commerce statt. Die eintägige Veranstaltung fasst die Ergebnisse einer mehrwöchigen Thinktank-Serie zusammen, die seit August unter dem Motto „Milliardenideen für Consumer Agents und Agentic Commerce“ läuft. Zielgruppe sind Entscheider aus Handel, Plattformbetrieb und Technologie, die den Übergang von klassischen Shopsystemen zu agentenbasierten Handelsmodellen operativ vorbereiten müssen.

Thinktank-Serie als inhaltlicher Unterbau

Seit Ende August tagt ein fester Kreis von Thinktank-Mitgliedern wöchentlich bis in den Oktober hinein. Jede Sitzung beleuchtet einen anderen Aspekt des Agentic Commerce – von Protokollstandards über Zahlungsabwicklung bis hin zu Logistikschnittstellen. Ergänzt werden die internen Runden durch geladene Gäste aus der Praxis. Die Dokumentation der bisherigen Serie (u. a. zu Themen wie KI-Protokolle, E-Commerce-Strategien von OpenAI und Alibaba sowie Zalandos Öffnung für externe Suchergebnisse) dient als Wissensbasis für den A!-Day. Händler erhalten damit einen komprimierten Überblick über den aktuellen Stand der Technik und die strategischen Optionen, ohne selbst an allen Vorab-Terminen teilgenommen zu haben.

Programm und Formate am 8. Oktober

Der Veranstaltungstag in München kombiniert mehrere Formate:

  • Keynotes und Takeaways: Zusammenfassung der zentralen Thinktank-Ergebnisse.
  • Startup-Präsentationen: Gründerteams stellen Agenten-Lösungen vor, die bereits in Pilotprojekten laufen.
  • Workshops: Praktische Sessions zu Integration, Datenschutz und Skalierung.
  • Roundtables: Austausch in kleinen Gruppen zu konkreten Migrationspfaden.
  • Build-a-thon: Gemeinsame Entwicklung von Prototypen für typische Händler-Use-Cases.

Die Agenda zielt darauf ab, nicht nur Inspiration zu liefern, sondern konkrete Entscheidungsvorlagen für die eigene Roadmap zu schaffen. Besonders der Build-a-thon adressiert die Frage, wie bestehende ERP- und Shopsysteme mit Agenten-Schnittstellen erweitert werden können, ohne den laufenden Betrieb zu gefährden.

Teilnahme: Kosten, Aufwand, Nutzen

Was kostet die Teilnahme? Ein offizieller Ticketpreis wurde bislang nicht veröffentlicht. Die Registrierung öffnet am 8. September 2026. Wer einen Platz sicherstellen möchte, kann sich bereits jetzt über eine E-Mail-Adresse oder per LinkedIn-Nachricht auf eine Gästeliste setzen lassen. Für Budgetplanung empfiehlt sich eine frühzeitige Anfrage beim Veranstalter, da die Kapazität begrenzt ist.

Was bricht der Besuch im laufenden Betrieb? Der A!-Day beansprucht einen vollen Arbeitstag zuzüglich An- und Abreise nach München. Für Unternehmen ohne lokale Präsenz fallen Reisekosten und Übernachtung an. Workshops und Build-a-thon erfordern zudem Vorbereitungszeit: Teilnehmer sollten eigene Use-Cases, Systemdokumentationen und Schnittstellenbeschreibungen mitbringen, um die Sessions produktiv zu nutzen. Wer keine internen Ressourcen für Vorarbeit freistellen kann, zieht weniger Nutzen aus den interaktiven Formaten.

Was nimmt ein Wechsel auf Agentic Commerce an internem Aufwand in Anspruch? Der A!-Day ist kein Migrationswerkzeug, sondern Entscheidungsunterstützung. Der eigentliche Umstieg auf agentenbasierte Kanäle – etwa die Anbindung an Consumer Agents von Zalando, Amazon oder Alibaba – erfordert nach heutigem Stand:

  • Technische Anpassung der Produktdatenfeeds an neue Protokollstandards (z. B. MCP, A2A).
  • Rechtliche Prüfung der Haftung bei automatisierten Kaufentscheidungen.
  • Schulung von E-Commerce- und Kundenservice-Teams im Umgang mit Agenten-Interaktionen.
  • Neuverhandlung von Provisions- und Sichtbarkeitsmodellen mit Plattformbetreibern.

Erfahrungen aus den Thinktanks zeigen, dass Pilotprojekte mit einem einzelnen Agenten-Kanal (z. B. Alexa for Shopping oder Alibaba Qwen) in drei bis sechs Monaten umsetzbar sind, sofern die Datenqualität im Stammdatenmanagement bereits hoch ist. Fehlende Attributierung oder inkonsistente Lagerdaten verlängern den Zeitraum signifikant.

Für Händler, die den A!-Day als Startpunkt für eine eigene Roadmap nutzen wollen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise: (1) Internen Stakeholder-Kreis definieren (E-Commerce-Leitung, IT-Architektur, Recht, Einkauf). (2) Vor dem 8. Oktober eigene Fragenkataloge zu Schnittstellen, Kostenmodellen und Compliance erstellen. (3) Nach der Veranstaltung innerhalb von zwei Wochen eine Machbarkeitsstudie für den ersten Pilotkanal in Auftrag geben. Der A!-Day liefert dafür die notwendigen Benchmarks und Kontakte zu Technologieanbietern, die bereits produktive Agenten betreiben.